Die Schweiz – ein christliches Land

Atheisten und Agnostiker bilden heute eine lautstarke Minderheit. Vor allem prägen sie die Wertedebatte. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Grundlagen der Willensnation Schweiz christlich sind.

Am 1. Juli 2016 publizierte die Zeitung „Der Bund“ einen Artikel zur Ernennung von Yves Bichsel zum Generalsekretär der Berner Gesundheits- und Fürsorgedirektion. Bichsel war zuvor sieben Jahre lang Generalsekretär des Eidg. Verteidigungsdepartements gewesen. „Der Bund“ kommentierte, Bichsel sei umstritten, weil er „freikirchlich aktiv“ sei. Wörtlich: „2011 initiierte er den Aufruf an die Schweizer Bevölkerung ‚zu danken, Busse zu tun und zu beten‘, den schliesslich 89 Parlamentarier unterzeichneten. Die Schweizer Freidenker setzten ihn daraufhin auf eine Liste missionierender Christen in der Bundesverwaltung. Yves Bichsel ist Mitglied des Evangelischen Gemeinschaftswerks (EGW) Uetendorf, wo er Unterrichtsgruppen für Teenager leitet.“ 

Christen in der Verwaltung unerwünscht

Dass die Schweizer Freidenker eine Schwarze Liste „missionierender Christen in der Bundesverwaltung“ führen, ist an sich schon erschreckend. Noch erschreckender ist die Art, wie offen die Tageszeitung „Der Bund“ diese Watchlist für eine Personenhatz benutzte. Offensichtlich sind bekennende Christen in der Verwaltung – im Gegensatz zu Agnostikern und Atheisten – nicht erwünscht.

Ins selbe Konzept passt, dass 2014 das Bundesamt für Sozialversicherungen rr�(q �jhr r@ rrich, sie seien „missionarisch tätig“. Dasselbe wiederholte sich nun kürzlich seitens des Bundesamtes für Sport, als christliche Sportverbände aus dem Programm „Jugend + Sport“ ausgeschlossen und die Fördermittel gestrichen wurden.

Entfernung christlicher Symbole

Es geht noch weiter: Vielerorts ertönt die Forderung, christliche Symbole aus dem öffentlichen Raum zu entfernen – aus Abdankungshallen, von Berggipfeln, aus Schulhäusern. Selbst das sichtbare Tragen eines religiösen Zeichens soll im öffentlichen Dienst untersagt werden, wie der Fall Adliswil/ZH Ende 2015 zeigte. 

Ein besonderes Tummelfeld für Atheisten ist auch die öffentliche Schule. Der Leidensweg der Lehrerinnen und Lehrer ist bekannt: Das Singen eines Weihnachtsliedes wird zum Hochrisiko. An ein Weihnachtsspiel, wie es früher gab, ist nicht mehr zu denken. Platz für (freiwilligen) Religionsunterricht gibt es kaum mehr. Im neuen Lehrplan 21 wird unter „Ethik, Religionen, Gemeinschaft“ (ERG) über die „erkenntnistheoretische Engstirnigkeit von Religion“ diskutiert. Der Kanton definiert den Rahmen. Selbst die liberale „Neue Zürcher Zeitung“ sprach von einem „Verdunsten religiöser Bildung“. Ins Fach ERG integriert ist dafür der Sexualkundeunterricht – obligatorisch und ohne Dispensmöglichkeit.

Entkirchlichung, nicht Entchristlichung!

Oft wird all dies mit der religiösen Neutralität des Staates und dem Rückgang der Konfessionsangehörigen begründet. Die religionssoziologische „Säkularisierungstheorie“ macht geltend, dass sich die Gesellschaft seit dem Mittelalter immer weiter von Kirche und Religion emanzipiere. Das Christentum, das die europäische Welt fast lückenlos umspannte und das Denken (Politik, Recht, Wissenschaft) durchdrang, sei in eine Nische abgedrängt worden. Tatsächlich gehören heute nur noch knapp zwei Drittel der Bevölkerung der römisch-katholischen oder der evangelisch-reformierten Kirche an, fast ein Viertel ist «konfessionslos». 

Doch bedeuten diese Zahlen wirklich Abfall vom Glauben? Einleuchtend ist die «Entkirchlichung», der Bedeutungsverlust der Kirchen. Aber was die „Entkirchlichten“ glauben, ist nicht klar. Sie glauben nicht einfach nichts. So sind nach den Erhebungen nur zwei Prozent wirkliche Atheisten. Wer aus der Kirche austritt, ist nicht zwingend antichristlich. Vielleicht lehnt er gewisse Dogmen ab. Vielleicht will er Geld sparen. Vielleicht geht er aber einfach lieber in eine Freikirche. Oder zahlt seine Kirchensteuern für konkrete Projekte, statt an die Kirchenbürokratie. Auch wer in der Selbstdeklaration „konfessionslos“ ankreuzt, kann gläubig sein. 

Atheisten und Agnostiker beherrschen die Wertedebatte

Allerdings sind die „neuen Atheisten“ eine sehr lautstarke Minderheit. Einer ihrer bekanntesten Vertreter ist der amerikanische Evolutionsbiologe Richard Dawkins. Seine Bücher heissen «Der Gotteswahn» oder «Die Schöpfungslüge». Um ihn gruppieren sich militante Bewegungen wie die Giordano-Bruno-Stiftung oder Freidenkervereinigungen. Für sie ist Religion schlicht «irrational». 

Zudem beherrschen die Atheisten zusammen mit den Agnostikern die Wertedebatte, prägen die Begriffe der politischen Diskussion. Ob es um Ehe und Familie, die öffentliche Moral oder gar die Achtung vor dem menschlichen Leben geht: Anstelle eines wertbezogenen Weltbildes hat sich eine utilitaristische Vorstellung des „Alles Machbare ist erlaubt“ durchgesetzt. Grenzen setzt höchstens noch das Geld. 

Christliche Wurzeln

Historisch ist die Schweiz ein christliches Land. Unsere Gründerväter handelten mit klarem Gottesbewusstsein. Unsere Verfassung beginnt mit der Präambel „Im Namen Gottes, des Allmächtigen.“ Auf dem Fünfliber findet sich der Spruch „Dominus providebit“ („Der Herr wird vorsorgen). Auf der Kuppel des Bundeshauses und auf der Landesflagge prangt ein Kreuz.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt unserer Willensnation Schweiz zehrt noch heute von den überlieferten Werten der Gründerväter, unserer Eltern und Grosseltern. Aber das Christentum ist mutlos geworden. Die zahlenmässig wenigen bekennenden Christen – sei es in Freikirchen oder charismatische Katholiken und Protestanten – werden diskriminiert, gar verfolgt durch drohenden Entzug der Existenzgrundlagen.

Verlust der Institutionen

An sich müsste „Entkirchlichung“ nicht zwingend Entchristlichung bedeuten. Jedoch zeigt sich, dass damit die Institutionen verloren gingen, die den Atheisten und Agnostikern Gegensteuer geben könnten. Der Schriftsteller Thomas Hürlimann brachte die geistliche Lage der Nation auf den Punkt: „Wo früher das Kreuz hing, hängt heute das Rauchverbot.“ Sinnleere säkulare Ersatzreligionen traten an die Stelle des Christentums.

Zurück zu den christlichen Wurzeln!

Echte Freiheit steht – trotz aller „Aufklärung“ des 18. Jahrhunderts – immer auf den Grundlagen der Schöpfungsordnung. Wenn wir uns die Freiheit unserer lieben Schweiz bewahren wollen, so gilt es, sich auf die zentralen Werte der natürlichen Sittenordnung zurückzubesinnen. Weg von der Verabsolutierung des Individuums. Statt Lustprinzip wieder zurück zu Bindungsbereitschaft und Verpflichtung. Verbindliche Ehe statt unverbindliche „Lebensabschnittspartnerschaft“. Schluss mit dem willkürlichen Entscheid über das ungeborene Leben! Schluss mit der Embryonenselektion aufgrund opportunistischer Kriterien!

Achtung vor dem Nächsten, Treue, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Anstand, Fleiss – kurz: zurück zu all dem, was uns die 10 Gebote lehren. Rückbesinnung auf das Wort Gottes. Auch der öffentliche Raum darf und soll ein Spiegelbild unserer christlich geprägten Geschichte, Identität, Tradition und Werte sein und bleiben. Dazu gehören auch christliche Symbole.

Nicht an den Rand drängen lassen!

Die Schweiz ist ein christliches Land. Aber wir dürfen uns nicht einfach an den Rand drängen lassen und das Terrain einer Bande militanter Atheisten und Agnostiker überlassen. Wir müssen den Mut haben, trotz der linksliberalen, agnostischen „Eliten“ zu den Werten des Christentums und zur natürlichen Schöpfungsordnung zu stehen. Dann wird sich auch die breite Verunsicherung in unserer Gesellschaft wieder legen.

Celsa Brunner

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