Das Bundesamt für Statistik (BfS) hat kürzlich neue Zahlen zum Bildungserfolg («Pisa für Erwachsene») vorgelegt. So gebe es in der Schweiz fast eine Million Menschen zwischen 16 und 65 Jahren, die mit einfachsten Gegebenheiten des täglichen Lebens überfordert sind. 844’000 Personen könnten kaum lesen, rechnen und Probleme lösen.
1,67 Millionen haben in mindestens einer dieser drei Kategorien kaum Kompetenzen. Im Lesen schneiden 1,25 Millionen schlecht ab, in Mathematik 1,06 Millionen und im Problemlösen 1,38 Millionen. Jeder Zehnte versteht etwa folgende Aufforderung nicht: «Bitte bringen Sie Ihr Kind bis 10 Uhr in den Kindergarten.» In der Mathematik scheitern viele an simplen Berechnungen. Etwas beschönigend wird bei den Millionen Menschen, die in mindestens einer Kategorie überfordert sind, von «geringen Kompetenzen» gesprochen. De facto heisse das jedoch, dass diese Personen nicht in der Lage sind, Probleme zu lösen, die mehrere Schritte erfordern. Schon gar nicht, wenn sich das Ziel im Prozess ändern sollte. Der Alltag ist also kaum bewältigbar. Die Resultate sind auch eine Folge davon, dass die Schweiz ein beliebtes Einwanderungsland ist. Wer in der Schweiz geboren oder aus einem Nachbarland eingewandert ist, weist deutlich bessere Werte auf. 62 Prozent der Gruppe mit geringen Kompetenzen haben keine Landessprache als Hauptsprache – Ausländer, schreibt das Bundesamt für Statistik, sind also «überproportional» vertreten.
(sda)
