Schweizer Crack-Krise

Rasant breitet sich die schnell abhängig machende Droge Crack (mit Natriumbicarbonat aufbereitetes Kokain) aus. Betroffen sind grosse Städte wie Zürich, Genf oder Basel, aber auch kleine und mittelgrosse wie Brugg, Chur oder Olten. Mancherorts hat sich der Konsum in wenigen Jahren verdreifacht. Das zeigen Abwasserdaten. Genaue Zahlen zu den Süchtigen gibt es jedoch nicht. Allerdings machen Bilder von verwahrlosten Menschen zunehmend die Runde: Bleiche und teilweise psychotische Gestalten, die manchmal barfuss durch die Gegend torkeln, kaum schlafen und essen und unruhig nach dem nächsten High suchen. Crack war lange ein Randphänomen. Erst 2022 gelangte die Droge aus Frankreich nach Genf. Kriminelle Banden verkaufen die Steine – bereits fertig portioniert. Im Sommer 2022 kapitulierten die Genfer Behörden. Der Konsum der Droge im lokalen Fixerstübli wurde untersagt. Im Sommer 2023 folgte die Deutschschweiz. In Luzern, Olten und Zürich zeigte sich offene Crack-Szenen. Hotspots in Zürich waren das Langstrassenquartier und die Bäckeranlage. Erst 2023 liess Zürich eine zentrale Anlaufstelle einrichten, um die Wohnquartiere zu entlasten. 2025 geriet die Lage erneut ausser Kontrolle. Neu wurde nun eine Abgabestelle für auswärtige Süchtige eingerichtet. Sie sollen zurück an ihre Herkunftsgemeinden vermittelt werden. Von mittlerweile rund 400 Süchtigen der Drogenszene in der Innenstadt stammt rund die Hälfte nicht aus Zürich. Die Crack-Welle ist auch eine Warnung. Europa erwartet bereits die nächste Drogenkrise mit Heroin-Ersatzstoffen wie Fentanyl und Nitazen. Beide Stoffe sind hochgefährlich. In den USA starben letztes Jahr über 100’000 Menschen an Fentanyl.

(sda)

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