Schweden: Gegen Verwandtenehen

Schweden will die Hochzeit naher Verwandter verbieten. Ab Mitte 2026 sollen weder Cousins und Cousinen noch Onkel und Nichten oder Tanten und Neffen heiraten dürfen. Ein vom konservativen Justizminister Gunnar Strömmer veranlasster Untersuchungsbericht schlägt zudem vor, dass im Ausland geschlossene Verwandtenehen nicht mehr anerkannt werden. Das anvisierte Verbot ist laut dem Minister ein wichtiges Puzzleteil in der Bekämpfung von Gewalt, Unterdrückung und Kontrolle von Menschen im Namen der «Familienehre». Betroffen sind vernehmlich Mädchen und Frauen, aber auch Söhne können Opfer werden von arrangierten Ehen, mit denen Clans innerfamiliäre Loyalität zu schaffen, ihre Macht abzusichern oder Bande mit andern Clans zu knüpfen versuchen. Solche Zwangsgemeinschaften werden von den Eltern oder den ganzen Familien oft schon bei der Geburt eingefädelt, ohne den Betroffenen später eine Wahl zu lassen bei der Gestaltung ihres Lebens. Wie verbreitet Ehen zwischen Cousins und Cousinen in Schweden derzeit sind, ist unklar; gesicherte Zahlen fehlen.

(ap)

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