Die Schweiz gibt im internationalen Vergleich sehr viel für Bildung aus, doch die Leistungen der Schülerinnen und Schüler sinken seit Jahren. Laut Pisa-Studie gehört das Schweizer Schulsystem zwar weiterhin zu den stärkeren Ländern, liegt aber nur noch im oberen Mittelfeld der OECD. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang beim Lesen: Der Schweizer Wert fiel innert zehn Jahren von 492 auf 470 Punkte. Fast drei von zehn Jugendlichen lesen inzwischen so schlecht, dass ihnen diese Fähigkeit im Alltag kaum mehr nützt.
Gleichzeitig steigen die Ausgaben. Nach OECD-Angaben wendet die Schweiz pro Schüler und Jahr mehr als 21’000 Dollar auf; im OECD-Schnitt sind es 12’438 Dollar. Für die obligatorische Schule weist das Bundesamt für Statistik 2023 Ausgaben von 24’422 Franken pro Schüler aus, gut 16% mehr als 2015. Die Denkfabrik «Avenir Suisse» verweist sogar auf ein Ausgabenwachstum von 69% seit Einführung der Pisa-Studien.
Die OECD folgert, dass höhere Ausgaben allein keine besseren Resultate garantieren. Entscheidend sei, wie die Mittel eingesetzt würden. «Avenir Suisse» fordert deshalb mehr Prüfungen, um besser zu erkennen, welche Massnahmen tatsächlich wirken. (NZZ)
