Am 8. März stimmen wir über die Individualbesteuerung ab. Dabei handelt es sich um ein ideologisches Vorzeigeprojekt der «progressiven» FDP- und GLP-Frauen. Für viele traditionelle Familien wäre deren Einführung jedoch verhängnisvoll.
Alle sind sich einig: Die bisherige «Heiratsstrafe» bei den direkten Bundessteuern muss beseitigt werden. Gemeint ist damit die Benachteiligung der Ehepaare gegenüber den doppelverdienenden Konkubinatspaaren. Mit der Einführung einer Individualbesteuerung wird das Problem allerdings nicht gelöst, sondern nur verlagert.
Bevorzugung der Hochverdienerpaare
Neu würden nämlich all jene massiv benachteiligt, bei denen nur ein Elternteil (meist der Vater) erwerbstätig ist, oder der zweite Elternteil (meist die Mutter) nebst dem Hauptverdiener nur ein kleines Einkommen hat. Abgestraft würden also die sog. «traditionellen Familien», die das Rückgrat von Staat und Gesellschaft bilden. Und bevorzugt würden jene «hippen» städtischen Akademiker-Doppelverdienerpaare, bei denen beide Partner ein hohes Einkommen erzielen – am besten im Verhältnis 50:50 von je 100’000 Frankem. Kein Wunder stehen vor allem gutverdienende FDP- und GLP-Frauen hinter der Individualbesteuerung.
Frauen zur Arbeit zwingen
Die Idee hinter der Individualbesteuerung ist es, die Mütter vermehrt in die Erwerbsarbeit zu nötigen. Bundesrat und Wirtschaft wollen damit die volkswirtschaftliche Produktivität steigern. Während die Mutter zur Arbeit geht, sollen die Kinder «institutionell fremdbetreut» werden. «Institutionell» heisst: Nicht durch Nachbarn oder eigene Familienmitglieder wie Grosseltern und Tanten, sondern in der Kita oder Tageseinrichtung.
Konkret kümmern sich also fremde Frauen und Männer um die Kinder, statt die Mutter selbst, weil diese arbeiten gehen muss. Dahinter steckt ein ideologischer Hintergedanke: Die Wertvermittlung soll dem Elternhaus entzogen und – möglichst von frühester Kindheit an – via Krippe, Kindergarten und Schule an den Staat ausgelagert werden. Das ist eine Verletzung der elterlichen Erziehungshoheit und nicht in Ordnung.
Doppelbelastung macht krank
Vor allem für Mütter kinderreicher Familien ist es zudem oft unmöglich, nebst der Familienarbeit noch einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Doppelbelastung macht sie krank und sie zerbrechen daran. Die Folge sind Spannungen in der Familie und schliesslich das Auseinanderbrechen der Ehen. Benachteiligt werden durch die Individualbesteuerung aber auch all jene Frauen, die zuhause ältere oder kranke Familienangehörige pflegen. Einer Erwerbsarbeit nachzugehen ist für sie oft fast unmöglich. Auch sie werden bestraft.
Die Individualbesteuerung ist zudem eine unglaubliche bürokratische Schikane. So soll künftig sogar im Ehestand der Gütergemeinschaft jedes Jahr das Vermögen aufgeteilt und separat veranlagt werden. Die Eltern müssten sich damit herumschlagen – schliesslich haben sie ja nichts Besseres zu tun. Völlig unklar ist auch, wie die einkommensabhängigen Sozialleistungen aufgeteilt würden (z.B. Prämienverbilligungen), wer die Krankheitskosten von Kindern trägt und was mit den Kinderabzügen passiert, wenn die Mutter kein oder ein zu kleines Einkommen hat.
Irreführung
Oft heisst es, nur ganz wenige würden durch die Individualbesteuerung benachteiligt. Über ein Drittel der Ehepaare zahle nach dem Systemwechsel weniger Steuern, für die Hälfte ändere sich nichts, und «nur ein kleiner Teil sehr gut Verdienender zahlt etwas mehr». Auch Zahlen werden herumgeboten. Die Präsidentin der FDP-Frauen, Bettina Balmer, erklärte im «Blick» (12.9.2025): «Nur gut 14 Prozent der Ehepaare – ‘eher reichere’ – müssen mehr Steuern zahlen.» Die Rede ist von «nur wenigen Hunderttausend Menschen», die benachteiligt würden.
Dabei handelt es sich um eine böse Verdrehung der Tatsachen. Zwar ist es richtig, dass die direkte Bundessteuer erst ab einem Einkommen von 18’000 Franken greift und die Ausgestaltung der Progression tiefe Einkommen begünstigt. Allerdings wird damit unterschlagen, dass die Individualbesteuerung auch von Kantonen und Gemeinden eingeführt werden muss. Dort gelten nicht dieselben Vergünstigungen, wie bei den Bundessteuern. Auch Tiefeinkommen werden deshalb durch den Systemwechsel belastet – und zwar in noch völlig unbekannter Höhe. Genau deswegen sind auch die kantonalen Finanzdirektoren gegen die Individualbesteuerung.
Auch beim sog. „Steuerrechner“, den die FDP/GLP-Frauen gebastelt haben, handelt es sich um eine üble Trickserei. Die Auswirkungen des Systemwechsels auf die Kantone und Gemeinden sind ja noch gar nicht absehbar – und deshalb auch gar nicht berechenbar. Der angeblich von der eidg. Steuerverwaltung „geprüfte“ Rechner kalkuliert deshalb nicht einmal die Hälfte der effektiven zusätzlichen Steuerbelastung, die mit der Individualbesteuerung auf Familien, Rentnerpaare und Alleinerziehende zukommt. Die Auswirkungen auf Ebene der Kantons- und Gemeindesteuern fehlen.
Die Lösung wäre da!
Viele Kantone haben erfolgreich Splittingmodelle umgesetzt, mit denen die Heiratsstrafe effizient beseitigt wurde! Die Individualbesteuerung ist demgegenüber letztlich bloss ein ideologisches Prestigeprojekt der «progressiven» Linksliberalen und Linken.
Die Folgen für die Familien aber wären verhängnisvoll. Die Individualbesteuerung ist deshalb ein gefährliches Experiment und richtet auch gesellschaftlich grossen Schaden an. Und dazu sagen wir Mütter und Väter ganz entschieden: NEIN!
