Kein Zurich Pride Festival

2026 gibt es in Zürich kein Pride Konzertfestival. Eine ausserordentliche Generalversammlung des Vereins «Zurich Pride» entschied sich am 17. Februar mit 140 Ja- gegen 32 Nein-Stimmen bei 13 Enthaltungen für eine Absage. Grund sind finanzielle Schwierigkeiten und ein Streit um die Neuausrichtung des Anlasses.

Man habe rote Zahlen geschrieben und wegen des vorgeschlagenen kostenpflichtigen Ticketings viel Unmut aus der «Community» geerntet, erklärte Geschäftsleiterin Julia Müller. Offenbar gab es keine Einigkeit über das Budget. 2025 waren Sponsoren abgesprungen. Viele Firmen überprüfen derzeit ihre Ausgaben für «Diversität und Inklusion». Die Fluggesellschaft Swiss, die UBS und die ZKB bekräftigen gegenüber, dass sie die Pride weiterhin unterstützen wollten. Die Stadt Zürich unterstützte die Pride 2025 mit rund 30’000 Franken an Steuergeldern.

Pläne, das LGBTQ-Festival zu verkleinern, wurden im Februar abgelehnt. Die kostenlose Demonstration durch die Zürcher Innenstadt und eine Party sollen aber stattfinden. Die Demo vom 20. Juni steht dieses Jahr unter dem Motto «Protect Trans Youth – Zugang schafft Zukunft». Die Differenzen zwischen traditionellen Schwulen- und Lesbenorganisationen als Träger der Pride und neuen Trans-Organisationen werden immer deutlicher. Dies äussert sich teilweise in Hasskampagnen aus Trans-Kreisen gegen sog. TERFs. TERFs («Trans-Exclusionary Radical Feminists») sind Frauen, die sich zwar als feministisch verstehen, jedoch nur eine binäre Geschlechtsdefinition von Mann und Frau anerkennen. Sie lehnen insbesondere den Zugang von Männern, die sich als Frauen fühlen, zu geschützten Räumen biologischer Frauen ab. Hierzu gehören beispielsweise Umkleidekabinen oder Toiletten. Auch im Sport gibt es eine Debatte über die Teilnahme von Ex-Männern an Frauenwettkämpfen.

(NZZ)

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