Gerade in einer Zeit, in der Unsicherheit und Wandel unseren Alltag prägen, brauchen Familien mehr denn je Zuversicht, Halt und Segen. Der Jahresanfang lädt uns ein, neu zu vertrauen – auf Gott, der auch über das Kommende wacht.
Wenn ein neues Jahr beginnt, halten viele von uns kurz inne. Wir denken an das, was war, und fragen uns, was kommt. Und vieles stimmt uns nachdenklich – besonders was die Familien betrifft.
Mitte November veröffentlichte das Bundesamt für Statistik (BfS) die neusten Kinderzahlen. Demnach hatten die Frauen in der Schweiz 2024 durchschnittlich noch 1,29 Kinder – der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Insgesamt sank die Geburtenzahl seit 2019 um 9,2 Prozent – so stark wie seit den 1970er Jahren nicht mehr.
Und jene, die Kinder haben, bekommen immer weniger. Zwischen 2019 und 2024 gibt es weniger sogenannte Erstkinder (-8,5%), Zweitkinder (-9%), Drittkinder (-13,6%) sowie Viert- und weitere Kinder (-5,8%). Das BfS schreibt in seinem Befund: «Ein Rückgang solchen Ausmasses für alle Geburtsränge über mehrere Jahre hinweg ist noch nie beobachtet worden.»
Gesellschaft ohne Kinder?
Besonders traurig ist, dass auch bei den Jüngeren zwischen 20 bis 29 Jahren der Kinderwunsch deutlich abgenommen hat. 2013 wollten noch 6% und 2018 knapp 8% kinderlos bleiben. 2023 stieg diese Zahl auf 17%. Bei den 30- bis 39-Jährigen verdoppelte sich der Wert von 9% auf 16%.
Die Gründe für die abnehmende Kinderfreundlichkeit sind vielfältig. Mehr Individualismus, Pobleme der Partnerfindung, aber auch die Karriereprioritäten und Kinderkosten sind entscheidend. Zudem sind Mütter sind immer älter, wenn sie gebären. Im Schnitt ist eine Frau bei der Geburt eines Kindes 32,4 Jahre alt. Das ist einer der höchsten Werte in Europa. Dasselbe gilt auch für das Durchschnittsalter bei der Erstgeburt (31,3 Jahre).
Kindererziehung ist Zukunftsarbeit
Pessimisten haben keine Kinder, Kinder zu haben ist ein Zeichen von Optimismus, vom Glauben an die Zukunft. Kinder zu erziehen ist Zukunftsarbeit! Unsere Familien sind der Herzschlag unserer Gesellschaft. Sie sind der Ort, wo Kinder sozialisiert werden und zu verantwortungsvollen Mitbürgern heranwachsen. Deshalb ist die Familie auch der wichtigste Baustein des Staates.
Leider würdigen Wirtschaft und Staat diesen Beitrag unserer Familien kaum. Im Gegenteil: Stattdessen werden Familien vom Staat abgestraft. Zwecks Steigerung der volkswirtschaftlichen Produktivität sollen möglichst viele Mütter in die Erwerbsarbeit gezwungen werden. Die Kinder werden währenddessen «institutionell fremdbetreut». Vor allem Akademikerinnen sind schief angesehen, wenn sie – nach kostspieliger Ausbildung – nicht «produktiv tätig» sind. Familienarbeit gilt offenbar nicht als produktive Leistung.
Hinzu kommt, dass (vor allem kinderreiche) Familien heute ideologisch gezielt diskreditiert werden. In liberalen und sozialistischen Kreisen wird das «traditionelle Familienmodell» irgendwo zwischen patriarchalisch-verkalkt und reaktionär verortet. Grüne Feministinnen wiederum lehnen Kinder als Umweltbelastung ab.
Familie bewusst pflegen
Wirtschaftlicher Druck, gesellschaftliche Spaltungen, die Auflösung von Werten – all das spüren auch die Familien. Ideologien, Schule, Medien und Konsumverhalten ziehen in alle Richtungen. Viele Mütter und Väter fragen sich: Wie können wir unseren Kindern noch Orientierung geben, wenn die Welt immer lauter und verwirrter wird?
Die Antwort liegt nicht in neuen Programmen, sondern im Wiederentdecken alter Wahrheiten: Vertrauen, Verantwortung, Glauben. Es braucht Mut, Kinder christlich zu erziehen, wenn die Umgebung Gleichgültigkeit vorlebt oder gar bekennende Christen als «Fundis» lächerlich macht. Doch genau dieser Mut ist heute gefragt. Denn Kinder, die im Glauben verwurzelt sind, werden als Erwachsene standhaft bleiben – nicht weil sie perfekt sind, sondern weil sie wissen, dass Gott sie liebt und trägt.
Die Familie als Ort des Glaubens
In vielen Familien fehlt heute die gemeinsame Zeit. Umso wichtiger ist es, Räume zu schaffen, in denen man zur Ruhe kommt – vielleicht beim gemeinsamen Kirchgang, am Sonntagstisch, oder beim Abendgebet. Der Glaube schenkt diesen Momenten Tiefe und Sinn: Er erinnert uns daran, dass unser Leben geführt ist, dass wir getragen werden – nicht von Zufall, sondern von Gott.
Glaube wird nicht durch Worte, sondern vor allem durch das tägliche Miteinander weitergegeben – im Gebet, im Dank vor dem Essen, im liebevollen Umgang auch dann, wenn die Tage herausfordernd sind. Wo Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, entsteht ein Fundament, das stärker ist als jede Mode oder Ideologie.
Unser Segenswunsch
Unser Segenswunsch für die Familien unseres Landes ist, dass sie im neuen Jahr gestärkt werden – innerlich, geistlich und miteinander. Möge Gott uns helfen, wieder mehr füreinander da zu sein: Eltern, die Zeit schenken; Kinder, die Dankbarkeit lernen; Grosseltern, die ihre Erfahrungen weitergeben. Möge 2026 ein Jahr werden, in dem der Glaube in den Häusern wieder sichtbar wird – durch Gebet, gegenseitige Hilfe und die Freude am Leben, das Gott uns schenkt.
Möge der Segen des Herrn über allen Familien liegen, die treu bleiben, die kämpfen, hoffen, lieben und glauben – auch wenn die Zeiten herausfordernd sind. Möge Gott uns lehren, einander zu tragen, geduldig zu sein und in allem zuerst Ihn zu suchen.
Und mögen die Familien ein Ort bleiben, an dem Kinder in Geborgenheit aufwachsen dürfen – weil sie spüren und wissen, dass der Herr mitten unter uns ist.
«Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst.» 5 Mose 6:6-7
